9. Januar 2014

In eigener Sache

Nach fast neun Jahren Bloggerei, fast 11800 Einträgen, zwei Pausen und mittlerweile unerträglicher Langeweile, die mir das Lesen der OZ bereitet, lege ich ab morgen bis voraussichtlich zum Jahresende eine Pause ein.
Die Kommentarfunktion schalte ich morgen ab.

Die Zeit werde ich nutzen, um zusammenzutragen, was ich über mich, die Leute um mich herum und über Ereignisse erinnern kann, eine Art Familiengeschichte. Sie wird nicht veröffentlicht werden, sondern ist für meine Enkel gedacht, egal, ob und wenn ja, wann sie das lesen/anschauen wollen.

Wenn ich damit fertig bin, melde ich mich wieder. Bis dahin wünsche ich allen meinen treuen Lesern Gesundheit und Wohlergehen.

Zufallslesern wünsche ich zusätzlich Erhellung, falls sie Alteinträge lesen möchten. Da sich in der OZ nichts zum Besseren geändert hat und auch nicht ändern wird (Meine Beobachtungen zeigen, es geht abwärts mit der Qualität und der Zahl der OZ-Käufer.), bleiben die Einträge im Archiv aktuell. Nutzen Sie auch die Suchfunktion ganz oben links und die Blogliste rechts.

Lassen Sie sich nicht verblöden, wünscht Ihnen
lupe

Wertloses

Das Blättle käst sich mit dieser zu 100 Prozent wertlosen Spekulation eine Blickpunktseite lang aus, ohne auch nur einen Autoren der Machwerke zu nennen:

Sommer- oder Wintermärchen?
Die Fußball-WM 2022 in Katar findet vermutlich im Winter statt. Offiziell ist das noch nicht, ein Wunsch der Fifa aber wohl schon. ...

Der Aufmacher endet so:
Und die ganzen Korruptionsvorwürfe (Gibt es auch halbe Vorwürfe?)? Dass sogar europäische Regierungschefs ihren Stimmberechtigten Mitgliedern im Fifa-Exekutivkomitee aufgrund wirtschaftlichen Interessen empfohlen haben, für Katar zu stimmen, wie Sepp Blatter im September in einem „Zeit“-Interview einräumte? Kann ja immer noch mal Thema werden.
Thema in der OZ? Dass ich nicht lache. Anderswo ist es seit Jahren Thema, z.B. hier.

8. Januar 2014

Vorläufiger Höhepunkt der Widerlichkeiten

Bekanntlich hat sich auch das kritische Hochwertblatt an Schumachers Sturz hochgezogen und tut es Tag für Tag unverdrossen weiter, auch schrottline. Allein heute sind schrottline 15 Einträge zu finden, Gestern waren es sieben Einträge.
Vorläufiger Höhepunkt der Widerlichkeiten war gestern schrottline dies, (Ich verlinke den Schrott ausnahmsweise.):
Appell von Corinna Schumacher: Verlassen Sie die Klinik
Michael Schumachers Ehefrau hat die Medien eindringlich zur Zurückhaltung aufgerufen.
Dazu wurde schrottline ein Foto gestellt, das Frau Schumacher zeigt, wie sie die Medienmeute durchquert. Heute auf einer Sportseite ein Text unter der Schlagzeile:
Schumachers Frau appelliert
Michael Schumachers Ehefrau hat in einem unmissverständlichen Appell die Medien zur Zurückhaltung aufgerufen.
Dazu ein Foto, das zeigt, wie sich Frau Schumacher durch die Medienmeute kämpft mit der Bildunterschrift:
Corinna Schumacher bittet die Medien um Zurückhaltung.
Damit wird der falsche Eindruck erzeugt, sie hätte mit dem Medienpack gesprochen; hat sie aber nicht, sondern sie hatte ein schriftliche Erklärung abgegeben.

Alles dazu hat Stefan Niggemeier aufgeschrieben, unbedingt lesenswert:
Corinna Schumachers Bitte um Ruhe und die grenzenlose Ungemeintheit der Medien 

Augen zu und schönschreiben

Das Blättle weigert sich weiterhin, den tatsächlichen Umfang der Arbeitslosigkeit darzustellen, denn das ist
1. nicht Aufgabe der Systempresse und
2. zu viel verlangt, da mit Arbeit verbunden.

Stattdessen wird das von der Arbeitsagentur gelieferte Schöngefärbte noch einmal schöngefärbt.
Und das geht so:
Im Keller der Titelseite wird die offizielle, also viel zu geringe Zahl genannt:
Wieder mehr als 100 000 Arbeitslose in MV
Auf der Landesseite wird dann losgelegt mit der Schönschriftelei:
Milder Winter, viele Aufträge: Gute Stimmung in den Firmen
Gewerkschaften setzen in diesem Jahr auf den Ausbau der Tarifbindung.
Unternehmer wollen ihre qualifizierten Mitarbeiter halten. 
...
Das heißt was?
Gute Stimmung ist noch kein guter Umsatz und erst recht noch kein guter Gewinn.
Dass die Gewerkschaften auf irgendetwas setzen, besagt gar nichts.
Wenn Unternehmer etwas wollen, heißt das nicht, dass sie es tun werden oder tun können.

Nirgendwo in dem Text konnte ich erfahren, wie viele (wohl eher wenige) Beschäftigte in tarifgebundenen Betrieben arbeiten. (M-V ist in D. das Land mit dem geringsten Lohnniveau, was auch etwas über Tarifverträge aussagt.)
Stattdessen:
Die Gewerkschaften im Nordosten wollen die Tarifbindung weiter stärken. So in der Metall- und Elektroindustrie mit mehr als 26 000 Mitarbeitern.
... In den letzten Jahren seien für über 2000 Mitarbeiter Tarifverträge durchgesetzt worden ...
Und was ist mit den restlichen 24000 Mitarbeitern?
Dann noch diese Ankündigung, die ebenfalls nichts besagt, sondern nichts als Erwartung ist:
Höhere Löhne erwarten auch die Beschäftigten im Baugewerbe. 
Natürlich dürfen Unternehmer in dem Artikel wieder wegen fehlender Fachkräfte jammern, eine der schlechten Traditionen im unternehmerfreundlichen Blättle:
Hagen Reinhold, Geschäftsführer der Baugesellschaft Reinhold mbH in Barth. Dass die Arbeitslosenzahlen im Dezember geringer waren als ein Jahr zuvor, liege für ihn jedoch nicht an den milden Temperaturen. Reinhold sieht den demografischen Wandel als Hauptursache. Es gebe im Land immer weniger junge Fachkräfte.
Es ist eine der häufig strapazierten, verlogenen Redewendungen geworden, die vom demografischen Wandel. Es handelt sich vor allem um Abwanderung und die Folgen der früheren Abwanderung, also nicht um ein Naturgesetz (Wir werden immer älter.).  Das wird seit Jahren im kritischen Hochwertblatt OZ verschleiert, wo es nur geht, jede Verschleierung eine Sternstunde des OZ-Journalismus, für die Sie Geld ausgeben.
Hier noch etwas Jammerei wegen fehlender Lehrlinge:
Ein gravierendes Problem, mit dem auch das Gastgewerbe in MV zu kämpfen hat. Es gibt jedoch Ausnahmen. 
Die Lösung auf der Insel Usedom wurde gefunden: Arbeitskräfte aus Swinemünde.

Wer einen Überblick über das ganze Ausmaß der Arbeitslosigkeit in D. wünscht, findet ihn z.B. hier, kostenlos, u.a. diesen Hinweis:
Von 6,937634 Millionen „hilfsbedürftigen“ Leistungsempfängern im Dezember 2013 erhielten nur 887’801 Millionen ALG 1, alle anderen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten 4,358362 Millionen mussten sich mit ALG 2 begnügen 
Das macht etwa 5,2 Millionen erwerbsfähige Arbeitslose.
Oder:
Bereinigt um die Zahl der etwa 102.000 sog. Aufstocker/Parallelbezieher (Bezug von Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II) hatten im Dezember 2013 etwa 5,144 Millionen erwerbsfähige Frauen und Männer Anspruch auf Arbeitslosengeld (SGB III) bzw. Arbeitslosengeld II,etwa genauso viele wie ein Jahr zuvor. 
Die OZ behauptet hochwertig und gegen Geld:
Bundesweit waren 2,95 Millionen Menschen ohne Arbeit  
Hier die Schlussfolgerung aus der umfangreichen Analyse:
... mehr Erwerbstätigen stehen deutlich weniger geleistete Arbeitsstunden je Erwerbstätigen gegenüber, was klar eine kritische Sicht auf die Qualität des deutschen Arbeitsmarktes stärkt. Primär zeichnet der Erfolg am Arbeitsmarkt prekäre und atypische Beschäftigung, Millionen von Unterbeschäftigten, Teilzeit, Befristung, Leiharbeit oder geringfügiger Beschäftigung. Selbst in der Metallindustrie, primär Exportsektor, malochen bereits ein Drittel aller Arbeitnehmer via Leiharbeiterbuden oder Werksverträgen, im erfolgreichsten Segment der deutschen Industrie, dem Fahrzeugbau sogar jeder Zweite!Es gibt wenig Grund in Deutschland auf das Erreichte selbstgefällig stolz zu sein, denn hinter den Headlines zum Arbeitsmarktbericht, die in die breite Öffentlichkeit gelangen, verbirgt sich viel Beschämendes.
Reines Datenmaterial finden Sie hier:
http://biaj.de/images/stories/2014-01-07_alo1213t.pdf

Erdgeschöpftes

Rostocker Ausgabe:
Watt bringt datt? Das kann sich doch nur um Erdwärme handeln. Natürlich nicht, denn:
Das hochmoderne Kraftwerk im Rostocker Seehafen hat im letzten Jahr 2,9 Terawatt Strom und 400 Gigawatt Fernwärme produziert. Dafür wurden eine Millionen Tonnen russische und polnische Kohle verbraucht.
Es ist also laut Hochwertblättle hochmodern, eine Million Tonnen Steinkohle in einem Jahr zu verbrennen. So werden Leser verdummt. Welche Schadstoffmengen mit den Verbrennungsgasen rund um das Kraftwerk verteilt wurden, hat die Leser nicht zu interessieren. Dabei könnte das Blättle einfach vergleichen, ob mehr oder weniger Schadstoffe in die Luft geblasen wurden, als in früheren Jahren. Doch selbst solch primitive Recherche geht über das weit hinaus, was Leser von der OZ erwarten können.

Stattdessen erfahren die Leser u.a.:
CDU enthüllt beim Neujahrsempfang ihre sportliche Seite

Usedom wird geteilt ...

... fragt sich nur, längs oder quer oder diagonal. Das Blättle lässt die Antwort wie üblich offen:

Nicht genug damit, dass die Insel an heißen Sommertagen zu kentern droht, wenn nämlich die meisten Urlauber sich am Strand aufhalten. Nun also auch noch die schnöde Teilung dessen, was seit Jahrtausenden zusammengehört. Was solch ein Biber zuwege bringt; die Leser kommen aus dem Staunen nicht heraus, auch nicht jener, der mich auf die Schlagzeile des 6. Januars hinwies (Danke!) und riet:
Bitte seien Sie auch achtsam
Bleibt die Frage: Was soll ich tun? Soll ich die Teilung aufhalten oder gar beschleunigen? Aber wie? Soll ich, bis der Biber sich durchgenagt hat, die Insel verlassen, weil zu befürchten ist, dass ein Teil der Insel aus dem Gleichgewicht kommt und ohne Zutun der Urlaubermassen kentert?
Ich bin achtsam aber ratlos.

7. Januar 2014

Lesetipp

Die OZ befüllte eine Seite mit Wertlosem über Pofalla.
Allein diese beiden Hintergrundartikel zum Thema sind dem Geschwätz im Blättle haushoch überlegen, zudem kostenlos nachlesbar.

Pullisei, hier ist dein Freund und Helfer (aktualisiert)

Ich zitiere aus dem kopierten Nachgeplapper zu der Demonstration für den Erhalt der Roten Flora in Hamburg, das die OZ am 23. Dezember verscheuerte:
... Die Meinungen über den Polizeieinsatz gingen allerdings auseinander. Während Linke und Grüne das Vorgehen der Beamten teilweise kritisierten, dankten SPD, CDU und FDP den Polizisten für ihren Einsatz. ...
Typisch; wieder kamen fast nur Bonzen und Pullisei zu Wort, wie üblich im Hochwertblatt.
Die gewalttätigen Auseinandersetzungen hatten kurz nach Beginn der Demonstration begonnen. Noch vor der „Roten Flora“ warfen Randalierer aus dem sogenannten Schwarzen Block Böller und Gegenstände in Richtung der Polizei, nachdem diese den Zug gestoppt hatte. Die Beamten reagierten mit dem Einsatz von Wasserwerfern sowie Schlagstöcken und drängten den Demonstrationszug zurück. ...
Fällt Ihnen auch auf, dass die Böller nach dem Stopp der Demonstranten geworfen worden sein sollen? Wie auch immer, der Kopierer merkte nichts, war zu sehr mit kopieren beschäftigt, dass dies im Widerspruch dazu steht:
Die Organisatoren der Demonstration kritisierten hingegen einen „massiven Einsatz von Schlagstöcken, Pfefferspray und Wasserwerfern“. Dies sei der skandalöse Versuch, die politische Auseinandersetzung um die „Rote Flora“, die „Esso-Häuser“ und das Bleiberecht von Flüchtlingen hinter Rauchschwaden und Wasserwerfern unsichtbar zu machen.
Der Polizeisprecher wies diese Kritik zurück. Der Zug sei gestoppt worden, nachdem Demonstranten losgerannt und die Einsatzkräfte sofort massiv angegriffen hätten. „Das war keine spontane Reaktion“, sagte Streiber.
...
Aber es ist alles in Ordnung, der Fall geklärt, war auf OZ schrottline über einem dpa-Text zu lesen:
Debatte über Krawalle: Hamburger Senator verteidigt Polizeitaktik
Jedenfalls waren die Vorgänge Grund genug, einen Hamburger Stadtteil unter Pulliseiherrschaft zu stellen - so einfach ist das.

Dagegen ist z.B. dies nicht veröffentlicht worden, auch nicht schrottline:
... Seitens der Polizei Hamburg gab es in der nachfolgenden Aneinanderreihung mindestens  drei  Begründungen für ihr rechtswidriges Vorgehen gegen die angemeldete Versammlung vom 21.12.2013:
1. Die Demonstranten seien zu früh losgegangen,
2. Die Demonstranten hätten Gewalt ausgeübt (Steine von einer Eisenbahnbrücke Nähe des Bahnhofes Sternschanze), und
3. Weil in der Demonstration ohnehin Gewalttäter waren, wollte man die genehmigte Demonstration nicht in die Innenstadt gehen lassen.
Die  beiden  ersten  „Begründungen“  stellen  glatte  Lügen  dar  und  wurden schnell widerlegt; sie schliefen dann gewissermaßen ein.
Die dritte Begründung ist hier einschlägig. Nur ist genau diese „Begründung“ rechts- und verfassungswidrig; deshalb auch die beiden ersten Schutzbehauptungen („zu früh losmarschiert“ bzw. „Gewalt gegen PolizeibeamtInnen“) zuvor.
Dazu sollte man wissen, dass polizeiliche „Pressestellen“ seit dem Drama um das Gladbecker Geiseldrama 1988 professionell aufgestellt sind. Vorher nicht! Und dass es unzählige Kontakte zwischen dem sog. höheren Dienst bei den Polizeien zu JournalistInnen gibt, weil mittlerweile zur Ausbildung auch eine Hospitation bei Medien gehört.
Auch darum ist so klar, dass die beiden ersten „Begründungs“ziffern nichts anderes als Idiotentests darstellten. Es scheint bedauerlicherweise viel zu viele „Idioten“ zu geben.
...
Unbedingt lesenswert ist dieser Blogeintrag:
Gefahrengebiet
Die Hamburger Polizei hat in mehreren Vierteln der Stadt eine Art Kriegsrecht verhängt. Verzeihung, wir haben uns im Ton vergriffen, sie hat natürlich ein G.eingerichtet. Die Auswirkungen sind allerdings ähnlich: grundlose Ausweiskontrollen und Durchsuchungen, Platzverweise wegen Nichtigkeiten, Generalverdacht, Versammlungsverbot, keine rechtsstaatliche Kontrolle der Schikanen. Begründet wird diese Verletzung von Grundrechten mit einem Hamburger Polizeigesetz. ...
Und da wagt es ein OZ-Kommentator heute, die Ausrüstung der Pullisei im Armenhaus D.s., in M-V, mit Tasern zu befürworten:
... Für extreme Ernstfälle könnte es nicht schaden, wenn die Polizei ein paar Taser mehr hätte. Sie könnte dafür ja ein paar ihrer über 1000 Maschinenpistolen ausmustern. Die Polizei braucht keine armeeartigen Bestände an solchen Massenmord-Waffen. Dann schon lieber Taser.
Ich weiß nicht, ob der Mann gewöhnlich auf dem Mond lebt. Sein Wunsch wird nämlich nicht erfüllt werden, denn die Pullisei wird sowohl Taser als auch Maschinenpistolen haben, hat sie sogar schon. Mit solch einem Kommentar macht sich der Redakteur zum Pulliseihelfer, damit sie bei Gelegenheit wieder haufenweise Unheil anrichten kann, wie z.B. während des G 8-Gipfels in Heiligendamm oder während der Blockaden des Atommülls ins Lager bei Lubmin.

Nachtrag:
... Was noch fehlt, was ich auch hier nur in dem Raum stellen kann, ist die immer zentrale Frage: Wozu? Wem nützt das? Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Reihe der durch Polizeigewalt geprägten Demonstrationen in die nächste Stufe gegangen ist, diesmal gegen einen ernstzunehmenden Gegner und mit anschließender Notstandssimulation. Ein Freilandexperiment eben. Oder hat jemand eine bessere Erklärung?

Nachtrag, 8. Januar:
“Anschlag” auf Davidwache: Was bislang bekannt ist
In fast allen Medien ist die Rede davon, es habe am letzten Dezember-Wochenende einen geplanten und gezielten Angriff von 30 bis 40 vermummten Personen auf die Davidwache in Hamburg gegeben. Eine Darstellung, die zunehmend fraglich wird. Auch die Polizei korrigierte eigene Angaben – auch im Innenausschuss der Hamburger Bürgerschaft. ...
Mehr als deutlich geworden ist jedenfalls wieder einmal, wie irreführend eine Medienkampagne ist, die auf einer komplett unhinterfragten Pressemitteilung der Polizei beruht – und die darüber hinaus noch lauter Dinge dazu erfindet, die noch nicht mal in eben jener Meldung stehen – so zum Beispiel die Verortung der Täter im Umfeld der Flora – was nach derzeitigem Ermittlungsstand selbst nach Angaben der Polizei reine Spekulation ist. Es ist nach wie vor kein einziger Tatbeteiligter ermittelt.

Was gaaanz wichtig ist

Bisher hatte die OZ großzügig darauf verzichtet, Hinweise und Missbilligungen des Presserates wegen Verstößen der kritischen (Sie ist weder kritisch noch selbstkritisch.) Hochwertzeitung gegen den Pressekodex zu veröfffentlichen. Die Rüge, die das Hochwertblättle einst erhielt, musste sie abdrucken, tat es in einer winzigen Meldung.

Ganz anders reagiert das Blättle und zeigt damit, dass es nichts als ein Blättle ist, wenn der Presserat eine Beschwerde als unberechtigt ansieht:
Presserat weist Beschwerde der Polizei gegen OZ zurück
Darauf verwendete das Blättle 69 Wörter.

Ich betone nochmals, dass ich mich nicht mehr beim Presserat beschwere, weil es nur Arbeit macht und sinnlos ist, denn die Hinweise, Missbilligungen und Rügen bleiben absolut folgenlos. Erst wenn empfindliche Geldbußen gegen die Verlage ausgesprochen würden, riete ich dazu sich zu beschweren.

Splitter-Parteitagsgewäsch als Aufmacher

Im Stillen ist der Hochwertjournalist aus dem chicen Hauptstadtbüro wohl ein Verehrer der Splitterpartei FDP, die OZ-Mantelredaktion auch. Sonst hätte sie nicht das Parteitagsgewäsch zum Aufmacher auf der Politikseite gemacht.
Lindner macht der FDP Mut: „So unabhängig wie nie zuvor“
Interessiert das tatsächlich die Mehrheit der OZ-Leser? Wenn nicht, hätte das Parteitagsgeschwafel nichts im Blättle verloren - es sei denn, siehe oben.

Nur so nebenbei: Der Europäische Gewerkschaftsbund hat auch getagt. Darüber war keine Zeile im Blättle zu lesen. Zumindest dies dürfte aber alle Steuerzahler und Europaparlament-Wähler interessieren:
... Im Zentrum der Debatte stand aber eine aufsehenerregende neue Studie zum Vorgehen der so genannten „Troika“ in den Krisenstaaten. Die Hauptaussage der Studie: Die Beteiligung der EU an der Troika-Politik des sozialen Kahlschlages ist nicht nur unsozial und ökonomisch widersinnig, sondern verstößt gegen EU-Recht und die Menschenrechte. Mit anderen Worten: Die EU-Institutionen ignorieren ihr eigenes Recht und verstoßen gegen die sozialen Grundrechte. ...
OZ-Leser haben dagegen die Märchenstunden eine Splitterpartei und der Sturz der Kanzlerin zu interessieren.
Viel Spaß mit Ihrem Abo!

Der Verblödung nächster Teil

Die Kanzlerin stürzte, und die OZ befüllt damit und mit Uraltfotos fast eine ganze Seite; den Rest liefert Steuervermeider Schummel-Schumi, der immer noch im Koma um sein Leben kämpft.
Auf der Titelseite wird das so angekündigt:
... Jetzt wird Deutschland weitgehend im Liegen regiert.
Offensichtlich sind noch nicht alle Texter in der OZ von Silvester ausgenüchtert. Oder sollte es möglich sein, dass jemand bei klarem Verstand so etwas ablässt?

Auf der Blickpunktseite:
Skiunfall: Merkel muss sich schonen
Nach ihrem Sturz muss die Bundeskanzlerin mehr von zu Hause arbeiten. Treffen mit Regierungschefs wurden abgesagt.
...
Das also ist liegend regieren?

Und dann die Zwischenüberschriften (Merkel, die Heldenhafte):
Nach dem Sturz bewies Merkel Durchhaltewillen 
Die Sternsinger dürfen trotzdem kommen
Und sonst? Gehts danke? Ich meine, den Aufschreibern.
Den Text habe ich mir natürlich geschenkt.

Andere machen sich Gedanken und geben Ratschläge, die Merkel garantiert nicht beherzigen wird.
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